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22.09.2011, Simon Joller

Cityrunning: Da läuft was

In den USA ist sie erfunden worden: die Stadführung im Laufschritt. Heute kann man so genanntes Sightjogging in über 70 Weltstädten buchen. Auch in der Schweiz ist der Trend angekommen. ecoLife rannte mit.

«Ach herrje, endlich weiss ich, wie dieses Sihlcity ausschaut.» Wolfgang Sichler, der 48-jährige Deutsche, läuft an diesem Mittwochabend quer über den offenen Platz des Zürcher Shopping-Riesen. Einige der Einkaufenden, Kinogänger und Zeitvertreiber drehen den Kopf nach unserer Gruppe, die da plaudernd vorbei rennt. Sichler freut sich über die Entdeckungen in seiner neuen Heimat: «Toll, wie ich so Stadt und Leute kennen lernen kann.»
Seit acht Jahren organisiert Robert Peterhans geführte Joggings durch Zürich. Gratis für die Teilnehmenden und eigentlich ohne institutionalisierte Fremdenführung. Doch der Deutsche Sichler erhält von seinen Mitlaufenden gleich weiterführende Infos zu Sihlcity. Cityrunning nennt sich die Zürcher Bewegung. Sie ist nicht die einzige derartige in der Schweiz, auch Basel bietet ähnliches mit der «Laufbewegung». Doch Cityrunning von Peterhans war der Pionier: «Weil Zürich eine ständig wechselnde Bevölkerung hat, passen Laufen und die Stadt Zürich gut zusammen.»

Auch ein Geschäft
Der Erfolg hat wohl auch damit zu tun, dass Cityrunning die abgespeckte, dafür aber kommerzfreie Version des Trends Sightjoggings ist. Sightjogging, die Stadtführung im Laufschritt, ist in den USA erfunden worden. Berlin war sehr wahrscheinlich die erste europäische Stadt, die den Trend adaptierte. London, Rom, Barcelona, Kopenhagen, Wien, Budapest folgten. In der Schweiz kann man in Basel, Bern, Zürich und Rapperswil Führungen in Laufschuhen buchen.
Sightjoggings hierzulande kosten bis zu 90 Franken pro Person. Auch Peterhans bietet die touristische Version zusätzlich zu den Gratis-Trainings an: «Der Run auf unser Sightjogging hält sich allerdings in Grenzen. Zwar führten wir dieses Jahr schon CS-Chef Brady Dougan mit Mitarbeitern durch Zürich. Doch Geld verdienen wir damit kaum.» Das dürfte wohl auch für die anderen Schweizer Angebote zutreffen. So wurde das Sightjogging in Winterthur nach einem Jahr wieder aus dem Programm genommen. In Bern hat die Fitnesstrainerin Ines Bernasconi zwar schon Geschenkgutscheine verkauft: «Aber um ehrlich zu sein: eingelöst oder gebucht hat bislang noch niemand ein Sightjogging in Bern.»

Von Ironman bis Gucci
Zurück beim erfolgreichen Cityrunning in Zürich. Wir sind eine bunter Haufen an diesem Abend. Mehr als zwanzig Leute, viele davon weiblich. Vom Finisher-Shirt des Ironman Rapperswil bis zur Gucci-Brille geht das modische Spektrum, von Baseldeutsch bis Hochdeutsch reichen die Sprachfetzen. Maribel Mozzi und ihr Papa Guido laufen im hinteren Teil der Gruppe. Guido ist 67 Jahre alt. Vor einem Jahr hat er seine Tochter zum Laufen durch Zürich überredet. Seither begleitet sie ihn regelmässig: «Ich mag es, dass wir nie dieselbe Strecke laufen. Immer wieder sehe ich neues.» So gibt es diesen Sommer Specials, zum Beispiel einen Lauf durch alle zwölf Stadtkreise, einen zu den schönsten Stadtpärken oder eine Brunnentour.
Cityrunning in Zürich verschickt seinen Newsletter an über 1100 Personen. In der Region Basel nehmen gut 300 Personen regelmässig an den Trainings der «Laufbewegung» teil. Laufen in der und um die Stadt ist ein Bedürfnis. Vor allem wenn es gratis (Zürich) oder für ein geringes Entgelt (Basel) zu haben ist. Wer beim Laufen in der Stadt auch eine professionelle Tourismusführung dabei haben möchte, muss etwas tiefer in die Tasche greifen. Doch ist Sightjogging, ob gratis oder bezahlt, verglichen mit einer Busfahrt durch die Stadt garantiert noch ein Stück atemberaubender.

Zürich: www.cityrunning.ch
Basel: www.laufbewegung.ch, www.sightjoggingbasel.ch
Rapperswil: www.vvrj.ch
Bern: www.ines4fitness.ch
Weltweit: www.globalrunningtours.com


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Jogging: 3 Fehler bei der Ausrüstung

Zu weiche Laufschuhe:
Studien zeigen: Viele tragen zu stark gedämpfte und zu schwere Laufschuhe. Die können Verletzungen verursachen statt. Auch auf Asphalt gilt: Direktere (und meist leichtere) Schuhe fördern einen aktiven, gesunden Laufstil.

Zu warme Bekleidung:
Im Sommer reichen Shirt und kurze Hosen. Ist es kühl, gilt die Faustregel: Wer in den ersten Minuten leicht friert, ist danach genau richtig angezogen.

Keine Funktionsbekleidung:
Nassgeschwitzte Baumwoll-Kleider werden schwer, kleben auf der Haut, scheuern. Und bei Wind kühlt man rasch aus. Funktionsbekleidung trägt sich angenehmer


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Cityrunning: 3 Tipps für die Verpflegung

Vor dem Lauf:
Nach dem Essen zwei bis drei Stunden warten mit Lauftraining. Bis eine halbe Stunde vor dem Training nur Leichtes essen (Weissbrot mit Honig, Bananen, Sportriegel und Sportgel. Kein Fleisch, rohes Gemüse oder Milchprodukte).

Während des Laufes:
Läufe bis eine Stunde: keine Verpflegung (Wasser vom Brunnen); Längere Läufe: Trinkgurt mit Wasser, gesüsstem Getränk (z.B. Apfelschorle, Tee, Sirup) oder Sportgetränk mitnehmen. Gel ab einer Stunde alle 30 Minuten.

Nach dem Lauf:
Kohlehydrate (Teigwaren, Reis, Kartoffeln, Süsses) und Proteine (v.a. Milchprodukte) füllen in der ersten Stunde nach dem Training die Speicher rasch auf. Alkohol bremst die Erholung. Tipp für Bier-Liebhaber: Alkoholfreies trinken.

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