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20.06.2012, Aufgezeichnet von Daniela Schwegler

«E-Bikes sind hipp und umweltfreundlich»

(zvg)
Thomas Binggeli ist 38 Jahre alt, CEO und Mitbesitzer des Fahrradherstellers BMC Group mit den Marken BMC, Stromer und Bergamont. 2006 wurde Binggeli mit dem Swiss Economic Award als Schweizer Jungunternehmer des Jahres ausgezeichnet. Mit dem Elektrovelo Stromer hat das Unternehmen mehrere internationale Auszeichnungen gewonnen. Hier erzählt er von seiner Leidenschaft.

«Als kleiner Junge schwang ich mich immer aufs Fahrrad und sauste von unserem Bauernhof in Oberried bei Köniz den Berg hinunter, wenn ich Freunde treffen wollte. Das Velo eröffnete mir die grosse weite Welt. Früh packte mich der Velo-Virus und ich begann, mit Velos zu handeln. Zuerst im kleinen Stil. Doch bald brauchte ich mehr Platz. Als meine Eltern in den Ferien waren, verkaufte ich unsere Tiere. Jetzt war die Bahn frei, und ich konnte mit meinem Veloshop Schritt für Schritt vorwärts machen. Das liegt jetzt 21 Jahre zurück. Seither gehört das Velo zu meinem Leben. Und meine eigene Fahrradmarke Thömus entwickelte sich zu einer erfolgreichen Velomarke.

Dass auch unser chices und schnelles E-Bike Stromer auf Anhieb so reissenden Absatz finden würde, hätten wir in unseren kühnsten Traum nicht gedacht, als wir das völlig neuartige Elektrovelo vor drei Jahren entwickelten. Die Leute rissen uns die ersten Stromer fast aus den Händen. Der Stromer-Verkauf machte rasch über die Hälfte des Umsatzes aus. Letztes Jahr waren unter den geschätzten 65 000 verkauften Elektrovelos in der Schweiz bereits 10 000 Stromer.

Die Zahlen zeigen, dass E-Bikes im Trend sind. Sie sind hipp, bequem und umweltfreundlich. Sogar der Schauspieler und Filmproduzent Leonardo di Caprio fährt unser E-Bike. Zehn Stück hat er gekauft, für sich und seine Familie in New York und Hollywood.

Wir sind nun daran, die internationalen Märkte aufzurollen: Unser Stromer soll die Amerikaner begeistern, die Südafrikaner und die Asiaten. Um den Sprung in die globalen Märkte zu schaffen, hat die Firma Thömus einen starken Partner gesucht und ihn mit dem Schweizer Fahrradhersteller BMC Group gefunden.

Unser grosses Glück ist es, dass das E-Bike vor dem Hintergrund der Mobilitäts- und Umweltdebatte salonfähig geworden ist. Es hat einen viel grösseren Sexappeal als noch vor ein paar Jahren. Als wir unseren Stromer entwickelten, war eine unserer Maximen, dass unser E-Bike sexy, sinnlich und begehrenswert sein sollte. Nach einem Besuch bei Apple war mir klar: Der Stromer soll das iPhone unter den E-Bikes werden. Den Akku verstauten wir deshalb im Rahmen, wo er gut verpackt ist. Dadurch sieht der Stromer ganz anders aus als Elektrofahrräder mit einem Klotz von Batterie irgendwo am Rahmen oder auf dem Gepäckträger.

E-Bikes sind ein geniales Fortbewegungsmittel. Gerade in Städten und urbanen Ballungszentren. Damit kommt man auch bei verstopften Strassen günstig und schnell von A nach B. Natürlich ist auch ein E-Bike nicht nur umweltfreundlich. Es braucht eine Batterie, die fachgerecht entsorgt werden muss. Es braucht Strom. Aber: Es braucht eben auch Muskelkraft. Als Radler habe ich die Wahl, wie stark ich den Motor arbeiten lasse und wie stark ich selber pedale.

Ausserdem kann ich mir aussuchen, welchen Strom ich tanke. Thömus gibt beim Kauf jedes Stromers ein Paket Ökostrom dazu. Ich bin mir bewusst, dass die Aktion ein Tropfen auf den heissen Stein ist. Und trotzdem ist sie wichtig. Sie sensibilisiert für Ökostrom und sparsames Mobilitätsverhalten. Das zählt in Zukunft.

Mein Traum ist es, dass dereinst alle Asiaten, Amerikaner und Südafrikaner in den Städten vom Auto aufs E-Bike umsteigen. Die Reduktion des CO2-Ausstosses wäre enorm. Allein, wenn in der Schweiz sämtliche Roller durch E-Bikes ersetzt würden, könnten jährlich 80 000 Tonnen CO2 eingespart werden. Städte voller E-Bikes hätten den Vorteil, dass man nicht mehr im Stau stecken bleibt und im gesundheitsschädigenden Smog erstickt. Eine Welt voller E-Bikes wäre eine bessere Welt. Das sag ich jetzt nicht ausschliesslich als Unternehmer, sondern auch als Privatmensch.
Persönlich steige ich, so oft es geht, aufs Rad. Mindestens zwei, drei Mal die Woche. Das sind gute Momente, um den Kopf zu lüften, Energie zu tanken und neue Ideen zu kreieren.»

www.stromer.ch
www.bmc-racing.com
www.bergamont.de
www.thoemus.ch

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